Ralf Schiller (Mitte), sein Nachfolger Sascha Feier (links) und Meik Erbrecht im Außenbereich des Aquantic.

Abschied zum 31. Mai nach 30 Jahren an der Unternehmensspitze

Seit 1990 war Ralf Schiller Geschäftsführer und Bäderbetriebsleiter des Aquantic, dem Bäderbetrieb der Stadtwerke Goslar. Nun geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Ab dem 1. Juni steht sein Nachfolger Sascha Feier allein an der Spitze des Unternehmens. Feier wechselte bereits zum 1. Januar zur Einarbeitung zu den Stadtwerken, nachdem er das Auswahlverfahren für den Posten erfolgreich absolviert hatte.

Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk verabschiedete in dieser Woche Ralf Schiller und begrüßte Sascha Feier aufgrund der aktuell geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht bei einer großen Feier, sondern im kleinen Kreis im Beisein vom Ersten Stadtrat Burkhard Siebert und dem Betriebsleiter der Stadtwerke Dirk Becker. Junk betrachtete den Wechsel als nicht ganz unwichtige Personalie: „Nicht alle Führungsposten in unseren Beteiligungen sind so präsent und sichtbar wie der Chef der Bäderbetriebe.“ Es sei eine exponierte Stelle und man kenne Ralf Schiller in der Stadt.

Dirk Becker sprach von einem Generationenwechsel bei den Stadtwerken, sind doch innerhalb von drei Monaten mit Marianne Guder-Brauer und Peter Gaschler bei der Stadtbus Goslar GmbH und jetzt Ralf Schiller gleich drei Führungskräfte ausgeschieden. Schiller sei über die Jahre eine Institution gewesen. Becker freute sich über das funktionierende Tandem an der Aquantic-Spitze, denn mit Meik Erbrecht, der den technischen Bereich verantwortet, bliebe eine große Konstante bestehen. Ralf Schiller habe große Fußabdrücke hinterlassen, in die sein Nachfolger nun hineinwachsen müsse.

Erster Stadtrat Burkhard Siebert blickte auf Schillers vielfältige Tätigkeiten in den vergangenen Jahrzehnten zurück. Dieser war auch lange Zeit Vorsitzender des Stadtjugendrings und hat den Jugendaustausch mit Windsor/Maidenhead begleitet – insgesamt ein bunter Strauß an Dingen, die weit über den eigentlichen Aufgabenbereich hinausgingen.

Oberbürgermeister Junk ging auf das tolle Angebot ein, dass die Stadt Goslar mit ihren drei Bädern in Goslar, Vienenburg und Oker bietet – eine starke soziale Infrastruktur, nicht nur für die Sportbegeisterten in den Vereinen. Als Chef eines Betriebes wie dem Aquantic könne man nicht Dienst nach Vorschrift tun. Bei Wettkämpfen und Vereinssport müsse man auch am Wochenende da sein und könne nicht mit der Zeiterfassungskarte arbeiten. „Die Kinder lieben Sie, Sie haben einen Draht zu den Menschen, können auch mal für Ordnung sorgen und haben dabei immer den richtigen Ton getroffen“, meinte Junk zu Schiller. Als Verwaltungschef ist er froh, mit Sascha Feier einen Mann aus dem eigenen Haus als Nachfolger gefunden zu haben. Als früherer Sportsachbearbeiter bringe er die nötige Qualifikation mit. Mit Blick auf denselben Geburtsjahrgang scherzte Junk: „Die 76-er müssen es nun tragen!“, verbunden mit dem Wunsch auf stets gutes Gelingen.

Für Ralf Schiller ist die Zeit schnell umgegangen. Er erinnerte sich noch an das alte Bad am Stoben, wo er damals selbst Schwimmen gelernt habe. Als Mitglied der Schwimmabteilung des MTV Goslar sei er dann später zur Wachtelpforte gewechselt, bis er dann als Bäderbetriebsleiter auch den Neubau des Aquantic begleiten durfte. „Das ist eine aufregende und spannende Zeit gewesen“, blickte er zurück. Man könne stolz darauf sein, beim Bau sowohl die Kostenvorgabe von 15 Mio. Euro als auch den Eröffnungstermin zum 1. März 1998 eingehalten zu haben. Dank der acht Bahnen ist heute die Teilung des Beckens möglich, wodurch der Vereinssport parallel zur Öffentlichkeit stattfinden kann. Das Aquantic ist nur einen einzigen Tag im Jahr zu Schulungszwecken geschlossen, das sei keine Selbstverständlichkeit, so Schiller. Insbesondere das Multifunktionsbecken wird den ganzen Tag durch stark genutzt – Babyschwimmen, Aquafitness oder die Rheumaliga wüssten dieses Angebot zu schätzen. Schiller hat zahlreiche Veranstaltungen wie die Ladies Night im Aquantic organisiert. Zu seinen Höhepunkten zählte die Ausrichtung dreier hochklassiger Wettkämpfe: 2002 die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften, 2005 die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften sowie 2013 die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften der Behinderten. Im Schnitt habe man in den letzten Jahren immer 200.000 bis 250.000 Gäste gehabt, je nach Verlauf der Freibadsaison. Das Aquantic sei neben den Freizeitbädern in der Region eine gute Ergänzung und habe seine Nische gefunden. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken“, so sein Fazit.

Schillers Nachfolger Sascha Feier freut sich über das in ihn gesetzte Vertrauen und auf die auf ihn wartende Herausforderung. Nach 25 Jahren bei der Stadt habe er sich bewusst dazu entschieden, eine Führungsposition übernehmen zu wollen und aufgrund seiner privaten Affinität zu Schwimmbädern kam die Stelle im Aquantic für ihn sehr gelegen. „Ich bin glücklich hier gelandet zu sein“ so Feier, der dankbar ist über die Einarbeitungsphase seit Jahresanfang. Feier berichtete über die vergangenen Wochen der Corona-Zeit, in denen der Außen- und Innenbereich des Schwimmparks ausgebessert wurde, soweit möglich mit hauseigenen Kräften, um Kurzarbeit zu vermeiden.

Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk überreichte Ralf Schiller zum Abschied neben einem Gutschein eine Quietscheente mit goldener Krone. Eine ohne Krone gab es für Sascha Feier. Die müsse er sich noch verdienen, scherzte Junk.

 

Foto:oh/Stadt Goslar

Tags: ,

Ähnliche Artikel

Keine Ähnliche Artikel

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Bellatainment

„Bellatainment„

Ausflugstipp

Löwenrecht