Amir Hidar (3. von rechts) hat das Kaiserpfalzquartier als erfahrener Projektkoordinator im Blick. Rosemarie Walter (von links), Dr. Oliver Junk, Holger Holste, Hans-Joachim Tessner und Dirk Becker freuen sich über die Verstärkung für das Großprojekt.

Bauingenieur Amir Hidar und sein Team haben künftig das Gesamtareal im Blick

Bei der Entwicklung des Kaiserpfalzquartiers nehmen die Prozessbeteiligten nun das Thema Projektkoordination stärker in den Blick. Aufgrund der Komplexität der Maßnahmen sowie der engen Verzahnung der Bereiche wird es künftig einen Projektkoordinator für die Baumaßnahmen auf dem Gesamtareal geben. Die Wahl fiel auf das Büro Hidar aus Braunschweig. Seit mehr als 20 Jahren realisiert Amir Hidar mit seinem Team sowohl für private als auch für öffentliche Auftraggeber verschiedenste Bauvorhaben und verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit anspruchsvollen Projekten.

„Herr Hidar hat ein ganzes Team von kompetenten Kolleginnen und Kollegen“, unterstreicht Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk. Die Pandemie habe die Entwicklung im Kaiserpfalzquartier nicht gerade beschleunigt, dennoch habe man in den vergangenen zwölf Monaten daran gearbeitet. Mit Amir Hidar wolle man nun in die nächste Stufe des Prozesses kommen. Auch Investor und Goslars Ehrenbürger Hans-Joachim Tessner möchte nun zügig vorankommen und hiesige Firmen für das Bauprojekt finden. Er betont die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. „Das hat Spaß gemacht.“ Der Investor sieht in dem Siegerentwurf die Grundlage für ein Konzept für Goslar, „das sicherlich in die Geschichtsbücher eingeht“. Dafür habe man mit Amir Hidar nun einen Partner mit der nötigen Erfahrung. „Die Referenzen sind hervorragend und für das Projekt in jedem Fall angemessen“, sagt Tessner.

Amir Hidar stammt aus Syrien, kam vor 40 Jahren nach Deutschland und blieb der Liebe wegen. Seit 35 Jahren ist er Bauingenieur. „Ich beschäftige mich seit meinem Studienabschluss mit der Realisierung von Großbauvorhaben und seit 20 Jahren mit der Projektsteuerung.“ Sein Team habe sämtliche Projekte zum Ziel gebracht – ohne Abstriche. „Wir versprechen etwas und wir halten es“, so Hidar, der allerdings gleichzeitig mahnt, seine Ratschläge auch anzunehmen. Bei einem anderen Großprojekt wurden seine Warnungen ignoriert. Das Gebäude funktioniere, „nur gibt es keine Gäste und keine Veranstaltungen“, erklärt Hidar. „Wir haben die beste Expertise angeboten, aber wir sind am Ende nur Berater.“

„Wir verändern und prägen die Stadt auf Generationen“, betont Oberbürgermeister Junk. Die neuen Bauwerke Hotel und Halle, aber auch der öffentliche Raum, müssten jeden Tag funktionieren. Dabei seien nicht nur die Investitions-, sondern auch die Unterhaltungskosten zu beachten. „Wir reden hier über Lebenszykluskosten“, erläutert Fachmann Hidar. „Man muss die Balance immer im Auge behalten.“ Was man beim Bau spare, führe mitunter zu hohen Kosten in der Zukunft.

Vom Kaiserpfalzquartier fühle er sich herausgefordert. Das sei der Höhepunkt seiner Karriere und ein sensibles Projekt in jeder Hinsicht. „Wir bauen neben der Kaiserpfalz. Ich habe ganz ehrlich Ehrfurcht davor. Wir bauen in einem der sensibelsten Bereiche der Region.“ Sein Ziel ist, dass der Besucher zufrieden nach Hause geht, erläutert Hidar. Heruntergebrochen spricht er von Behaglichkeit.

Er rechnet mit rund zwei Monaten für die enge Abstimmung mit den Nutzern, um ihre Ansprüche herauszufiltern. Dazu stellt das Büro aus Braunschweig die nötigen Fragen. Wo hält das Taxi, wo hängt der Mantel, was sollen die Menschen in der Stadthalle erleben? Bauphysik, Akustik, Brandschutz – all diese Aspekte galt es zu klären. Dann übersetzt man in Verträge und Pflichtenhefte. „Die Arbeit machen andere. Ich sorge dafür, dass sie das ordentlich tun“, so Hidar. Davon abgesehen hält er das Thema Archäologie für sehr brisant. Deshalb sollte man so bald wie möglich, den Boden öffnen und währenddessen die Planung laufen lassen. Die brauche nämlich eineinhalb bis zwei Jahre.

Jetzt komme das Thema der Details, die Ausgestaltung der Planung, so Holger Holste, Geschäftsführer der TesCom GmbH & Co. KG. Und die müsse stehen, bevor das Projekt in Stein umgesetzt wird. Rosemarie Walter, Fachdienstleiterin Wirtschaftsförderung und strategische Entwicklung, vergleicht das Projekt Kaiserpfalzquartier mit einem Puzzle, das sich nach und nach zusammensetze und ein fertiges Bild ergebe.

Man habe durch das städtebauliche Gutachten und den Architektenwettbewerb einen fantastischen intellektuellen Überbau, sagt Dirk Becker, Fachbereichsleiter Finanzen und Wirtschaft. „Jetzt müssen wir die Basis dafür schaffen.“ Die Abrissplanung stehe für die Stadt ganz weit vorn. „Wir streben an, das in diesem Jahr noch zu machen.“

Foto: ©StadtGoslar

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