Am Karfreitag kommt SputnikV in der Goslarer Stadtverwaltung zum Einsatz.

Belegschaft wird am 2. April in Sonderaktion mit russischem Vakzin geimpft

Covid-19-Impfstoffe sind in Europa noch immer knapp. Derzeit ist die bedingte Zulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V im Gespräch. Die Belegschaft der Goslarer Stadtverwaltung stellt sich als Impfstofftestgruppe zur Verfügung und wird am morgigen Freitag mit dem vektorbasierten Vakzin geimpft, so dass die zu erwartenden Nebenwirkungen nach den Osterfeiertagen abgeklungen sind. Nur wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen sich nicht als Probanden zur Verfügung stellen.

Die kurzfristige Möglichkeit zur Impfung hat Goslar unter anderem der Verbindung zu Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und dessen guten Kontakten zur russischen Regierung zu verdanken. Ramelow war bereits 2016 zu Gast bei der Diskussionsreihe „Der Berg ruft“ und wanderte 2018 mit Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk auf den Brocken. „Ich halte das für eine großartige Chance und eine Win-Win-Situation“, sagt Dr. Oliver Junk. Während der Impfstoff seiner Zulassung durch die Erhebung weiterer Daten näher rücke, könne die Stadtverwaltung bald wieder sicher arbeiten. „Sobald wir auch die zweite Impfdosis bekommen haben und der Impfschutz voll aufgebaut ist, können wir wieder mehr Service anbieten.“ Zwar müsse noch immer sichergestellt werden, dass Bürgerinnen und Bürger nicht miteinander in Kontakt kämen, die Mitarbeitenden könnten aber wieder alle Leistungen unter Kundenkontakt erbringen.

Der ausdrückliche Dank des Oberbürgermeisters geht nicht nur an Bodo Ramelow, sondern auch an die drei Mediziner im Rat der Stadt Goslar: Niels Gehrmann, Dr. Jürgen Lauterbach und Carlos Mateo haben sich zur Verfügung gestellt, um die Impfungen an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Goslar durchzuführen und auch über das Osterwochenende zu begleiten.

„Wir stehen bei Fragen als Ansprechpartner für die Geimpften zur Verfügung und dokumentieren, ob und welche Nebenwirkungen es gibt“, erläutert Niels Gehrmann. „Es klingt ein bisschen verrückt, aber ich finde es toll, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt zur Verfügung stellen, um die Zulassung eines weiteren Impfstoffs voranzubringen. Deshalb unterstütze ich diese Aktion“, sagt Carlos Mateo. Dr. Jürgen Lauterbach stimmt ihm zu: „Je mehr Menschen wir in den nächsten Wochen geimpft bekommen, desto besser.“

Foto: Arek Socha

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